Häufig werde ich gefragt, ob Perfektionismus angeboren ist, ob er eine fixe Charaktereigenschaft ist.
Mein Antwort ist dann meist sehr salopp: „Hätten wir als Baby gewusst, dass wir perfektionistisch sind, hätten wir weder laufen noch sprechen gelernt.“
Gehen lernen und die eigene Sprache zu erlernen, sind jeweils komplizierte Prozesse, sie brauchen beide sehr viel „trial and error“ also versuchen und immer wieder probieren. Diese Art des Lernens liegt Perfektionist:innen nicht, weil sie bedeutet über Fehler zu lernen. Du fängst an mit der Umsetzung, bevor Du fertig bist, perfekt bist und wirst mit kontinuierlichem Ausprobieren immer besser.
Perfektionismus ist erlernt.
Im Großwerden in dieser Welt kommt er zu uns, teils aus Nachahmung, teils um etwas zu kompensieren oder auch als Bewältigungsstrategie, um mit einer Situation besser umgehen zu können. Wir entwickeln Handlungsweisen, stützen uns auf Überzeugungen, die uns dann zu diesem Zeitpunkt besser durch die Welt tragen als das vorher der Fall war.
Es hatte einen Sinn, das Perfektionismus zu uns kam. Er hat früher eine Aufgabe erfüllt. Vielleicht hat er dich geschützt, dir Orientierung gegeben oder dir geholfen, Herausforderungen zu bewältigen. Meist ist er dann bei uns geblieben und hat uns über viele Jahre begleitet, war Teil von uns.
Es heißt aber nicht, dass etwas dass vor 10, 20 oder 30 Jahren und mehr sinnvoll und nützlich war, auch heute noch vollumfänglich genauso sinnvoll ist.
Perfektionismus ist nicht eine angeborene Charaktereigenschaft, es ist ein antrainiertes Set an Fertigkeiten, Fähigkeiten und Überzeugungen, wie die Welt funktioniert.
Perfektionismus ist Deine Art gut durch die Welt zu kommen, Herausforderung zu meistern, oder ihnen aus dem Weg zu gehen.
Dein Perfektionismus will Dein Bestes – Dich schützen, Dich voranbringen in dieser komplizierten Welt.
Ich sage nicht , dass Dein Perfektionismus schlecht ist. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass er sauangstrengend ist.
Ich sage auch nicht, dass Du damit aufhören sollst. Ich sage nur, dass es andere Wege gibt und Du die Wahl hast, nicht musst (weil eh, „nix-mus“).
Ich sage: Du bist gut so wie Du bist.
Du darfst es Dir da und dort entspannter machen.
Du kannst diesen Weg auch gut selbst gehen: reflektieren, Bücher lesen, Dich mit anderen austauschen, geschützte Räume finden zum Du-Sein.
Wenn Du dabei Begleitung wünscht, biete ich unterschiedliche Angebote an:
mehrwöchige Kurse wie Easement – ein Mix aus Selbstlernkurs und vier Treffen,
oder Coachings,
oder punktuelle Workshops, um das mit dem „gemeinsam“, „offen“, „authentisch“ in kleinem, feinen Rahmen zu testen.
Ganz zart, ganz sanft.
Kein Druck – weil, das mit dem Druck und der Disziplin, das kennst Du schon, das kannst Du auch. Das weiß ich. Dass Du jetzt vielleicht zweifelst, dass kann ich mir auch gut vorstellen. Es gibt ein paar Menschen, die da schon durch sind – hier gibt es Feedback zu meinen Workshops.
Wenn Du genauer wissen willst, wie mein Ansatz funktioniert, dann lies doch „Perfektionismus überwinden – Tipps gegen Perfektionismus“ – ja, manchmal arbeite ich mit Provokationen, wie im vorher verlinkten Artikel-Titel – aber im Coaching immer nur wohlwollend und zart. Weil, auch das mit der Selbstkritik kannst Du schon gut. Ich finde, da braucht es niemanden, der Dich in Frage stellt.
Damit Du das testen kannst, wie ich im Coaching mit meinen Klient:innen arbeite, gibt es die Möglichkeit zum kostenlosen und unverbindlichen Kennenlerngespräch, lies einfach mal in meinen „Perfektionismus-Coaching“-Seite hinein.

