Über das Starten neuer Projekte – zwei Jahre Perfektionixmus

Das Schwierigste ist für mich nicht dieses „endlich Starten“.

Das Schwierigste sind für mich die ersten Tage. Wenn das Neue draußen ist und erstmals nichts kommt. Dieser Zwischenstatus, bis dann:

  • die ersten Rückfragen kommen,
  • Interessensbekundungen
  • und dann endlich die erste Buchung.

Ich habe als Onlinemarketingberaterin viele Projekte begleitet und ehrlich – es ist nicht immer der erste Kurs, der voll gebucht ist, manchmal erst der zweite oder auch erst der dritte und manchmal wird das Angebot so nicht angenommen.
Weil es zu lang, zu kurz an falschen Tagen, … ist.
Das weiß man erst nach dem Veröffentlichen und eigentlich erst richtig kurz vorm Kursstart. Und lernen tut man es nicht von den begeisterten Jas, man lernt es von den „Nein Danke“ und den zweifelnden Stimmen.

Am 28. Juni 24 bin ich mit meinem ersten Perfektionixmus-Posting online gegangen: „The feeling of being ready – it never comes“.
Bereit sein, das ist für mich das Abwägen, zwischen gerade fertig genug, dass das Wichtigste da ist und mutig genug jetzt endlich zu starten.

Weil da draußen ist das Ungewisse, das Etwas, das man noch nie gemacht hat, da wo man ganz speziell zu dem Produkt, Angebot, Markt einfach keine Daten hat.

Am 20. Juni 26, abends habe ich die Unterseite zu meinem neuen Prokrastinations-Kurs veröffentlicht.
Dass Prokrastination ein großes Thema ist, das wusste ich im Juni 2024 schon und dass ich dazu irgendwann einmal ein Angebot haben werden. Aber erst war mal der große Berg Perfektionismus vor mir.

Am 28. Juni 2024 hatte ich noch kein Produkt, ich hatte einen Namen für „die Brand“ und eine Ahnung wo ich hinwollte und wo ich nicht hinwollte und das Wissen, dass wenn ich jetzt nicht rausgehe, dann ist da bald zuviel „Angst vor der eigenen Courage“. Meinen Perfektionismus hatte ich als Onlinemarketing-Consultant gut im Griff, aber hier, bei was Neuem – hui, da klopften sie alle an, die alten Bekannten: die blockierende Prokrastination wollte sich breit machen, aber da hatte das wackere Impostor Syndrom schon viel Platz eingenommen. Meine Lösung: Aktionismus, mir selbst zeigen, das ich das konnte wöchentlich einen Beitrag schreiben, genug zum Thema sagen kann und so nach und nach meine Präsenz aufbauen. Und ganz praktisch-pragmatisch auch sehen, was kommt an, was nicht, wo bekomme ich Rückmeldung, wo nicht. Im Dezember 24 hatte ich dann mein erstes Produkt, den Kurs „Easement“, der im Jänner in einer Testrunde startete und im März offiziell gelauncht wurde.

2025 habe ich viele weitere Kurs gestartet, das Methoden verkosten mit zwei verschiedenen Schwerpunkten, einmal zur Zielerreichung, einmal zum Rückblick. Es folgten Kommunikationsworkshops mit Kooperationspartnerschaften und im Frühjahr 2026 Resilienztrainings – da habe ich die ersten Vorträge für Unternehmen zum Thema angeboten. Mein erstes für alle buchbares Resilienz-Thema war eines, das in Coachings häufig zur Sprache kommt: Endlich Feierabend auch im Kopf: nach der Arbeit abschalten.

Ab der letzten Maiwoche war dann klar, dass die Prokrastination endlich ihren Auftritt hat – 2026 wird der Sommer der Prokrastination. Ich bin mit Angeboten zu Prokrastinations Coachings gestartet und am 28. Juli startet „Flanieren statt Prokrastinieren“ – ein dreiwöchiger Onlinekurs um das eigene Prokrastinieren besser kennenzulernen und Methoden und kleine Strategien zu testen, um besser damit umzugehen.

Eine Freundin hat mich erst vor ein paar Tagen gefragt, was da hilft am Anfang, wenn es noch nicht funktioniert, wenn man nicht weiß, dass es aufgeht. Ich habe ihr erstmals gesagt „nichts“. Aber natürlich habe ich meine Strukturen, die mich tragen: da ist zum einen das Erfahrungswissen, dass irgendwann nur mehr das Loslegen das ist, was das Wissen bringt, ob es aufgehen kann oder nicht. Es trägt mich auch das Wissen um all die Menschen um mich, Freund:innen, Kolleg:innen, die da sind, zum Austausch. Diejenigen, die sich mitfreuen, wenn ich erzähle, wer sich für den Online-Workshop interessiert oder dass jemand nachgefragt hat, die ich bisher nicht kannte. Bei manchen Projekten hatte ich Launch-Buddies, die gerade bei einem ähnlichen Schritt waren und da und dort mehrmals täglich ausgetauscht, wo man steht, was man schon erledigt hat, was als nächstes ansteht. Regelmäßig treffe ich mich mit meinem Erfolgsteam, die Teilnehmer freuen sich beim nächsten Zoom-Call schon über das Update und wollen wissen, was funktioniert hat. Mich trägt die Begeisterung zum Projekt, ich liebe was ich tue – auch wenn die Unsicherheit, ob das jetzt finanziell aufgeht, demnächst oder überhaupt je, da ist. Das gehört für mich mit dazu zur Balance, weil Stabilität ist als Selbständige immer nur ein Gefühl.